Bezirkskurzbahnmeisterschaften – ein erstes Kräftemessen unter außergewöhnlichen Bedingungen

Eine sehr kurzfristig organisierte Meisterschaft des Schwimmbezirkes Südwestsachsen fand am letzten Wochenende in Plauen statt. Nach dem dreimaligen Ändern der Ausschreibung durften die jüngsten Sportler am Samstagvormittag ins Plauener Wasser springen. Wir waren froh, dass überhaupt eine Veranstaltung möglich wurde. So nahmen wir mit einem größtmöglichen Team teil. Für den Jahrgang 2012 war gleich eine mehrfache Prämiere. Erstmals nahmen sie an einer Meisterschaft teil, dann schwammen sie bei einem Wettkampf zum ersten Mal Strecken länger als 50m. Die größte Herausforderung war dabei nicht die Länge der Strecken, sondern die vielen Wenden. Aber der Reihe nach. Bereits 7.00 Uhr bliesen wir zur Abfahrt nach Plauen. Eine Stunde später standen wir schon am Beckenrand des Stadtbades. Leider wurde uns, durch die Abstandsregel, ein sehr ungünstiger Platz weitab des Wettkampfbeckens zugeteilt. Dadurch waren an diesem Tag auch läuferische Fähigkeiten gefragt. Die Meldungen für diese Meisterschaften hielten sich doch arg in Grenzen. Das war zum einen sehr gut, da der zeitliche Rahmen in Grenzen blieb. Dadurch wurde allerdings der Wettkampf zu einer enorm sportlichen Herausforderung, da die Pausen zwischen den einzelnen Starts viel zu kurz waren, um irgendwie richtig gute Leistungen zu erbringen. Nahmen wir das also als wettkampfspezifische Ausdauer. 66 Kinder der Jahrgänge 2012, 2011 und 2010 Jungen sprangen ins Plauener Wasser. 27 Sportler allein von unserem Verein. Die Leistungen waren nach der langen Pause erwartungsgemäß recht ordentlich. Schwimmerisch konnten wir oft überzeugen, bei den Wenden haben wir enorme Probleme. Da wurde sehr viel Zeit liegen gelassen und so manch gute Medaillenchance vergeben.

Im Jahrgang 2012 wussten vor allem Joshua Li mit fünf Medaillen und Justus Barth mit vier Medaillen zu überzeugen. Bei den Mädchen verteilte sich die Medaillenausbeute auf viele Schultern. So gewannen Nele Liebisch drei und Linnea Denner, Juli Herrmann, Rosalie Drechsel sowie Paula Barthold je zwei Medaillen. In diesem Jahrgang ereilten uns einige Disqualifikationen. Die meisten davon waren unnötig. So wurde das Brett während der Beinarbeit falsch gehalten oder nach dem Start die falsche Beinarbeit ausgeführt. Das ist sehr schade, zumal wir dies in der letzten Woche oft geübt haben. Bleibt zu hoffen, dass mit der regelmäßigen Wettkampfteilnahme mehr Routine einzieht.

Im Jahrgang 2011 dürfen wir sehr positiv in die Zukunft sehen. Da hat sich seit Schuljahresbeginn einiges getan. Fast jeder Start endete auch mit einer neuen Bestzeit. Dabei war die Medaillenausbeute überwältigend. Bei 64 Starts errangen unsere Sportler 49 Medaillen, davon 23 Goldmedaillen. Das ist schon super. Leider gab es auch hier ein paar negative Erlebnisse. So verpassten zwei Sportler ihren Start und eine Disqualifikation musste auch verkraftet werden. Trotzdem dürfen sich alle Sportler sehr über ihre gezeigten Leistungen freuen. Das ist auch ein Ergebnis des besseren Zusammenhaltes in der Gruppe und konzentrierten Trainings. Einzelne Leistungen hervorzuheben wäre nicht richtig, denn alle haben einen super Wettkampf geboten.

Bei den Jungen des Jahrganges 2010 sollte Jannek Postel hervorgehoben werden. Er schaffte es bei jedem seiner 6 Starts auch eine neue, deutliche Bestleistung zu schwimmen und eine Medaille zu erobern. Dabei sind die längeren Strecken seine Stärke. So erreichte er über 200m Brust in 3:27,55 und über 200m Rücken in 3:08,60 hervorragende Ergebnisse. Aber auch die anderen Jungen, wie Lukas Hoheisel (3 Medaillen) oder Arvid Pilz (2) konnten sich auf Podestplätze freuen. Pünktlich 13.00 Uhr durften die „Kleinen“ zufrieden aber sichtlich Müde den Nachhauseweg antreten.

In den Nachmittagsabschnitten waren dann die größeren Sportler gefordert. Hier verliefen sich die 50 gemeldeten Sportler in der Halle. Neben unserem kompletten Landesstützpunkt waren vom Talentestützpunkt 6 Mädchen des Jahrganges 2010 am Start. Jetzt ging alles noch viel schneller. Die Sportler bekamen eigentlich keine Pause zum Durchatmen. Für die Mädchen galt es zum ersten Mal gegen die ehemaligen Trainingspartnerinnen, welche jetzt auf der Sportschule sind, zu bestehen. Unser Ziel war es, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Auf den kürzeren Strecken konnten wir so manches Achtungszeichen setzten. Auf den längeren Kanten, bekamen wir den Unterschied im Training schon deutlich zu spüren. Was allerdings nicht schlimm, sondern normal ist.  Dadurch ist die Medaillenausbeute auch etwas geringer, also bei den kleinen Sportlern. Trotzdem durften wir uns über 18 Plaketten freuen. Wenn man die erzielten Bestleistungen betrachtet, so kamen wir bei 36 Starts auf 32 Kurzbahnbestzeiten. Wenn das mal nicht gut ist! Zumal auch in diesem Abschnitt Geschwindigkeitsrekorde angestrebt wurden. Die Sportler hatten kaum Zeit zum Verschnaufen. Badeanzüge wechseln und „Trocken legen“, dass war kaum möglich. So kam es dann auch, dass nach dem Wettkampf die Brotbüchsen und Getränkeflaschen noch fast voll und die Magen leer waren. Ein großes Lob, wie die Mädchen diesen Wettkampf gemeistert haben. Martha Gensler, Julia Uhlig und Hanna Zeiger sicherten sich je vier Medaillen. Mona Gerlach, Noelle Naumann und Johanna Postel durften sich über je zwei Medaillen freuen. Dabei spielte auch etwas Glück eine Rolle, je nachdem welche Strecken gewählt wurden, traf man auf die Sportschüler oder hatte freie Bahn. Das was zählt sind die erzielten Zeiten. Hanna entwickelt sich so langsam zu einer Schmetterlingschwimmerin. Sie absolvierte von 50m bis 200m alle Strecken hervorragend. Johanna Postel hat über diese Schwimmlage ebenfalls einen riesigen Sprung gemacht. Martha Gensler wiederum kann auf den Rückenstrecken mit den Besten des Landes sehr gut mithalten. Einziger Kritikpunkt sind die Ausführung der Wenden. Weniger das wie, mehr die Geschwindigkeit in den Drehungen sind da zu verbessern.

Als Fazit kann man eine sehr gute Verfassung unserer Sportler feststellen. Wir haben die Lockdown-Zeit gut überstanden und sind auf einem guten Weg an die Leistungen der letzten Jahre anzuknüpfen.