Auf, auf zu den Eidgenossen – wir waren wieder beim Schweizer Hallenjugendtag zu Gast

Traditionell ist dieses Wochenende nicht nur Wettkampf, sondern auch mit vielem neuen Wissen behaftet. … zumindest sollte es so sein. Also starteten wir am Freitag bereits 7.30 Uhr zur Mission Zürich. Wir wussten ja nicht, wie es rollt auf der Autobahn. Irgendwie müssen wir besonders artig gewesen sein. Trotz des ständigen Regens waren wir wie der Blitz unterwegs und bereit kurz nach dem Mittag in Singen. Also unternahmen wir einen Abstecher zur Lavaburg Hohentwiel. Leider war diese wegen Felssturzes gesperrt. Trotzdem stiegen wir die steile Stiege bis zur Burg. Der Weg hatte sich gelohnt. Wir hatten einen tollen Rundblick über das Alpenvorland. Die Zeit wurde zum Toben genutzt. Und das war gut so, denn der Weg bis zum Rheinfall in Schaffhausen war ja sooo lang. Wir kauften uns Eintrittskarten und stiegen am tosenden Wasserfall hinab, um das Wasser von allen Seiten zu bestaunen. Natürlich alles im Laufschritt. Durch den Sonnenschein konnten wir einen herrlichen Regenbogen erblicken. Noch schnell durch die Burg gestöbert und schon saßen wir wieder in den Bussen. Schon ist gut, über eine Stunde verbrachten wir am Rheinfall. Jetzt fuhren wir kreuz und quer durch die Landschaft, bis wir einen kleinen Ort mit einer großen Tradition erreichten. Die Jugend hatte auf einem Berg ein Fastnachtsfeuer aufgestapelt. Ganze 15m war das hoch. Um dahin zu gelangen, mussten wir ein ganzes Stück durch die Weinberge laufen. Dabei konnten wir ein herrliches Alpenpanorama sehen. Wir wurden von Mandy, einer Freundin von uns, erwartet. Sie hatte uns eingeladen auf ein Würstel und Stockbrot vorbei zu kommen. Die Kinder hatten ja tagelang nichts zu „futtern“ bekommen, also hieß es: stürmt die Vorräte. An einem Feuer wurde alles gegrillt. Während die Erwachsenen quatschten nutzten die Jungs die Knüppel als Fechtwerkzeug und stürmten durchs Gelände. Nach reichlich einer Stunde, inclusive eines schönen Sonnenuntergangs, mussten wir abbrechen. Unser Ziel hieß ja Zürich und nicht Oberstammheim. Also ordentlich geherzelt und ab zu den Bussen. Auch dieser Fahrtabschnitt glich einem Wunder, kein Stau auf Zürichs Autobahnen. Das Resultat: 18.30 Uhr fuhren wir am Pfadiheim vor und konnten uns einrichten. Vorausgegangen eine ordentliche Einweisung durch den Chef. Die Kids stürmten die rustikalen Gemächer. Die Betreuer bereiteten das Abendbrot vor und anschließend wurde gemeinsam gegessen. Bis zur Nachtruhe hatten alle noch Freizeit. Erst 22.30 Uhr wurde das Licht ausgeschalten.

Bereits 7.00 Uhr wurde es schon wieder unruhig im Pfadiheim. Das Frühstück lies nicht lange auf sich warten. Wir ließen uns sehr viel Zeit. 9.30 Uhr starteten wir zu unserer Tagestour. Als erstes Ziel hatten wir uns das Technorama in Winterthur herausgesucht. Ein Haus voller Physik, Chemie und Mathematik. Anfassen und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht. So probierten wir, ob wir die Schwerkraft überlisten können, ließen uns die Haare zu Berge stehen oder untersuchten, was passiert, wenn wir in einem virtuellen Raum laufen. Die Zeit verging viel zu schnell. 14.30 Uhr führte uns die Rundreise weiter nach Zürich. Die Jungs steuerten das Stadtcentrum mit Zürichsee und Flughafen an. Für die Mädchen wurde es sportlich. Sie fuhren zum Uetliberg, dem Hausberg Zürichs. Die letzten drei Kilometer mussten wir, steil bergauf steigend, zu Fuß zurücklegen. Es wehte ein kräftiger Wind. Belohnt für diese Mühen wurden wir mit einem tollen Blick auf Zürich, dem Zürichsee und dem Alpenpanorama. Erst als es so langsam dunkel wurde, stiegen wir wieder hinab. 18.15 Uhr waren wir im Pfadiheim wieder vereint. Etwas Dehnung unserer müden Knochen tat gut. Dann gab es Abendbrot, traditionell mit Nudeln. Die Mädchen waren wieder mit dem Küchendienst dran. Noch eine Wettkampfbesprechung und schon lagen alle in den Schlafsäcken. Heute musste wesentlich zeitiger Ruhe sein.

5.45 Uhr war die Nacht zu Ende. Denn bis zu unserer Abfahrt blieben uns ganze 90 Minuten. Da musste so einiges geschafft werden: Frisch machen, Sachen einpacken, alles aufräumen, Frühstücken und Autos beladen. Das war sehr sportlich. Wir haben es geschafft. Pünktlich 7.15 Uhr saßen wir in den Bussen und fuhren zur Schwimmhalle. Entsprechend müde saßen wir am Beckenrand. Während wir uns auf den Wettkampf vorbereiteten, mussten die Eltern das Pfadiheim für die Abnahme vorbereiten. Mit einer kräftigen Erwärmung und Einschwimmen versuchten wir die Trägheit etwas zu mindern. Das gelang auch. Trotzdem lief der erste Wettkampf (Start bereits 8.30 Uhr), das Schmetterlingschwimmen noch nicht optimal. Nur Maddox Nagy konnte sich, mit Silber, in die Medaillenränge Schwimmen. Lukas Hoheisel, Arvid Pilz, Lieselotte Nagel, Mailin Nachsel-Weschke und Hanna Zeiger mussten sich, trotz Bestleistungen auf der Langbahn, mit den Plätzen 4 bis 6 begnügen. Im Rückenschwimmen lief es dann schon besser. Martha Gensler durfte sich über eine Silbermedaille und Jannek Postel über eine Bronzemedaille freuen. Dafür waren allerdings deutliche Bestleistungen notwendig. Ebenfalls gut platziert waren Jette Brandl als 4., Maximilian Weiß als 6. und Johanna Postel mit dem 8.Rang. Man musste neidlos anerkennen, dass die Schweizer in den letzten Jahren im Nachwuchsschwimmen enorm aufgeholt haben und es immer schwerer sehr gute Platzierungen zu erreichen. Beim Brustschwimmen konnte sich Jannek erneut eine Bronzemedaille sichern. Bei den Mädchen durften wir gleich zweimal das Podest erklimmen. Lina Jolie Ahnert durfte sich über den Silberrang und Mailin auf den Bronzerang freuen. Ebenfalls wiederholt gut platziert waren Lukas mit Platz 6 und Johanna bzw. Lieselotte mit den Plätzen 7 und 8. In der letzten Einzeldisziplin, dem Freistilschwimmen, gingen wir leer aus. Selbst fast durchgängige Bestleistungen reichten, wenn auch knapp, nicht für einen Podestplatz. Maddox war unser Bestplatzierter mit Rang 4. Lina Jolie (5.), Arvid (6.), Maximilian (7.), Hanna (7.) und Martha (8.) konnten sich trotzdem weit vorn einordnen. Scott Richter konnte hier seine Bestzeit gleich um fünf Sekunden unterbieten. Auch Noelle Naumann, Toni Richter, Chiara Bonnet, Julia Uhlig und Tobias Seidler lieferten ordentliche Leistungen ab. 9.50 Uhr waren die Einzelstrecken bereits Geschichte. Nach einer halbstündigen Pause folgten noch die 4 x 50m Lagen-Mixed-Staffeln. Wir traten mit vier Mannschaften an. Jeweils zwei Jungs und Mädchen gehörten zu einer Staffel. Unsere erste Mannschaft führte bis zur Hälfte des Rennens, dann zogen die Limmat Sharks an uns vorbei. Trotz einer Superleistung unserer Schlussschwimmerin Noelle (37,64s) konnten wir die Gastgeber nicht mehr einholen. Silber erkämpften: Jannek, Lina Jolie, Maddox und Noelle. Auch um die Bronzemedaille entbrannte ein harter Kampf zwischen den zweiten Teams der Limmat Sharks und unseren Sportlern. Diesmal konnten wir jubeln und die Bronzemedaille sichern. Dabei waren Martha, Lukas, Hanna und Arvid im Einsatz. Die anderen beiden Staffeln belegten die Ränge 5 und 8. Anschließend fanden die Siegerehrungen statt. Das schöne hier in Zürich sind die Medaillen, die kleinen Geschenke, das Gratulieren der Sportler untereinander und der dazugehörige Beifall, egal wer auf dem Siegerpodest steht. Wir konnten insgesamt 8 Medaillen gewinnen. Wenn man die Staffelmedaillen einzeln zählt, waren es sogar 14. Damit und den zahlreichen Bestleistungen konnte wir sehr zufrieden sein. Auch wenn es diesmal für keinen Sieg gereicht hatte. Jetzt durften alle im Wasser noch etwas Spielen. 12.30 Uhr saßen wir in unseren Fahrzeugen und starteten zur Rückreise. Und wieder hatten wir Glück. Kein Stau, nur Regen begleitete uns bis nach Chemnitz. So waren wir pünktlich 19.00 Uhr bereits wieder zu Hause.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.