Reise in die Partnerstadt Mulhouse ähnelte einem Hindernislauf

Drei Tage Mulhouse, darauf haben sich alle gefreut. Alle, das waren 19 Sportler der Jahrgänge 2008 und 2010 sowie drei Betreuer. Die Organisation der Fahrt war ein echter Hindernislauf. Erst liefen mehrere Anläufe für Erkenntnisse zum Wettkampfwochenende ins Leere. Dann kam eine Bestätigung und der anvisierte Termin war eine Woche später als sonst. Jetzt hieß es schnell über die Stadtverwaltungen in Chemnitz und Mulhouse die Quartiere, die Verpflegung und die Fahrt zu organisieren. Als Quartier bekamen wir leider nur noch die Jugendherberge. Dafür klappte die Fahrt und Verpflegungsabsicherung perfekt. Eine Ausschreibung erhielten wir 8 Tage vor dem Wettkampf. Da stimmten die Jahrgänge nicht mit den eingeladenen Sportlern überein. Da mussten wir schnell noch eine Sondergenehmigung für ein Startrecht einholen. Für die Meldung hatten wir zwei Tage Zeit. Zum Schluss funktionierte alles und wir standen am Samstag 8.00 Uhr bereit zur Abfahrt. Das Wetter lud nicht gerade zu einer weiter Wettkampffahrt ein. Starker Schneefall und angekündigter Glatteisregen verlieh der ganzen Sache einen unangenehmen Beigeschmack. Zum Glück hatte der Winterdienst perfekte Arbeit geleistet und die Autobahnen waren relativ frei. So kamen wir zwar langsam aber stetig voran. Bis auf ein paar kleinere Staus lief es ganz ordentlich. Trotzdem summierte sich unsere Verzögerung auf knapp zwei Stunden am großen Haltepunkt Sinsheim. Auch da erwischte uns ein großer Stau. Zum Glück gab es einen Schleichweg neben der Autobahn. Somit schafften wir, die letzten Meter im Laufschritt zurücklegend, die letzte 3D-Kino-Vorstellung im Technikmuseum Sinsheim. Ein grandioser Film von der Unterwasserwelt der Erde. Der Museumsrundgang musste leider sehr kurz ausfallen. Dadurch, dass nach Sinsheim die Autobahn komplett gesperrt war, führte uns der restliche Weg über viele kleine Straße in Richtung Frankreich. Kurz nach 19.00 Uhr trafen wir endlich in Mulhouse ein und bezogen unsere Unterkunft in der Jugendherberge. Zum Abendbrot gab es Suppe, Nudeln mit Hühnerfrikassee und Torte. Alle Stärkten sich. Nach der Zimmerverteilung machten wir noch einen Bummel durch einen Park. Die Kids tobten sich richtig aus. 21.30 Uhr war Nachtruhe.

Bereits 6.45 Uhr klingelte der Wecker. Denn 45 Minuten später wollten wir in der Schwimmhalle sein. Das war natürlich nicht zu schaffen. Deshalb mussten wir in diesem alten Schwimmbad mit einer kleinen Ecke vorliebnehmen. Den Sportlern merkte man ihre Nervosität deutlich an. So viele Fragen sind sonst nicht normal. Nach der Erwärmung stürzten wir uns in das überfüllte Wettkampfbecken. Das Einschwimmen verlief erstaunlich gut. Jetzt bekamen wir auch unsere Meldeergebnisse. Schnell wurde uns klar, die Konkurrenz war enorm. Ca. 200 Kinder kämpften in einer offenen Wertung um die Medaillen. Das waren bei den Mädchen die Jahrgänge 2006 und jünger und bei den Jungen die Jahrgänge 2005 und jünger. Da machten wir uns keine großen Gedanken über die Medaillenausbeute mehr. Der Wettkampf verlief sehr durchwachsen. Mal kam eine Superleistung heraus, mal blieben wir weit über unseren Bestzeiten. So schwammen zum Beispiel über 100m Freistil Moritz Erkmann (1:13) und Gretha Schreiber (1:17) oder Daniel Gensler über 200m Brust (3:15) tolle Zeiten. Nach wie vor haben wir an den Wenden unsere größten Reserven. Sehr hervorgehoben werden müssen unsere jüngsten Teilnehmer des Jahrganges 2010. Die haben ihre Sache sehr gut gemacht. So haben bei den Rücken und Freistilstrecken immer tiefe Wenden ausgeführt! Ob Mailin, Lieselotte, Jette, Hanna, Arvid, Maddox oder Maximilian – alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt und viele neue Bestleistungen erzielt. In der Mittagspause, welche gut zwei Stunden dauerte, fuhren wir in die Innenstadt, um einen Stadtbummel zu unternehmen. Wir wollten wenigstens wissen, wo wir waren. Bei herrlichem Sonnenschein streiften wir durch den schönen Stadtkern. Nach einem kurzen Einschwimmen startete der zweite Abschnitt. Irgendwie wirkten unsere Sportler ziemlich müde. Zoe, Tina, Jasmin, Mia, Sarah, Nico, Lenn und Paul gaben ihr Bestes. So ergaben sich noch einige gute Platzierungen. Für die Franzosen war es eine Leistungsüberprüfung. Bei guten Ergebnissen konnten sie in die höchste Leistungsklasse aufsteigen. Das merkte man vor allem im Endspurtverhalten. Wo wir abbauten zogen die noch einmal kräftig an. Da hat sich eine neue „Baustelle“ aufgetan. Bei momentanen Trainingszustand ist das aber normal. Dies wird sich in den nächsten fünf Wochen ändern. Kurz vor Schluss überraschte uns der Gastgeber doch noch mit der Übergabe einiger Medaillen. Unsere Jungs konnten fünf Mal in die Medaillenränge schwimmen. Daniel eroberte gleich drei Medaillen, Moritz und Nico je eine. Das ist doch super! Die Siegerehrung haben wir dann am Abend vor dem Abendbrot in der Jugendherberge gemacht. Da wir das Dilemma mit der Wertung schon geahnt hatten, haben wir selbst noch ein paar Medaillen mitgebracht und als Erinnerung überreicht. So war am Ende niemand traurig, dass es keine richtige Siegerehrung gab. Scheinbar waren die Kinder noch nicht ganz ausgelastet. Deshalb gingen wir noch einmal für eine Stunde an die frische Luft zum Toben.

Der Abreisetag verlief sehr ruhig. Wir konnten etwas länger Schlafen und heben in Ruhe gefrühstückt. Das Sachen einpacken und noch ein paar Baguettes gekauft, schon konnte die Rückreise angetreten werden. Die Autobahnen waren frei. Bereits 16.30 Uhr trafen wir ziemlich müde in Chemnitz ein.

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